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Monatsgedanken

 

 

Gott spricht: Suche Frieden und jage ihm nach! Psalm 34,15

Weiß und unschuldig sieht das Titelbild unseres Kirchenboten aus. Gestalten sind angedeutet und in die Farben des Regenbogens gehüllt. Über allem: leicht und golden zwei Bögen. Sie erinnern mich an eine Brücke und ein Kinderlied. »Ziehe durch, ziehe durch / durch die goldne Brücke / Sie ist entzwei sie ist entzwei / wolln sie wieder flicken.« Wir haben das Lied im Kindergarten gesungen, durchaus mit leichtem Gruseln. Eine Brücke verbindet. Doch geht sie entzwei, dann bricht auch die Verbindung zwischen dem hüben und drüben ab. Ein Graben wird sichtbar oder die Weite zwischen den beiden Ufern. An den Enden der Brücke bleiben Menschen zurück. Wie soll es weitergehen? Erwachsene lähmt der Schock über den Bruch oftmals. Wie konnte das nur geschehen? Haben wir nicht richtig gebaut oder war die Traglast überschritten? Aufreibend können die Diskussionen über Schuld und Ursachen sein. Das Lied der Kinder packt das Problem ganz praktisch an. Die Brücke muss wieder geflickt werden. Es beginnt die Suche nach einer Lösung, einem neuen Weg.

Die Jahreslosung für 2019 schickt uns auf den Weg des Friedens. „Gott spricht: Suche Frieden und jage ihm nach!“ (Psalm 34,15). Ganz konkret wird das Wort aus dem Alten Testament in den kommenden Wochen durch die »Aktion Rettungswesten« in unseren Gemeinden und das Gedenken anlässlich der Zerstörung Dessaus von 74 Jahren.

In der gemeinsamen Klausur der Gemeindekirchenräte unserer Region haben wir ebenfalls über die Losung nachgedacht. Wie sieht unser gemeinsamer Weg aus? In der Bibel ist Friede mehr als die Abwesenheit von Streit und Krieg. »Schalom« bedeutet Frieden in einem umfassenderen Sinn – die Sehnsucht nach einer geheilten Welt. Den Frieden finden kann nur, wer sich auf die Suche macht. Wir haben das Bild vom Anfang betrachtet, das auch unsere Nachrichten schmückt. Golden verbinden zarte Striche die Kreuzbalken im Bildzentrum. Im Frieden, den wir miteinander finden, scheint der biblische Friede durch. Im Vertrauen auf diese Verheißung lasst uns leben und handeln. So grüße ich Sie,

Ihre Pfarrerin Ina Killyen