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Monatsgedanken

Wenn ich jetzt sitze und diese Zeilen schreibe, hat die Passionszeit schon begonnen, der Weltgebetstag und der Frauentag stehen im Kalender. Da liegt es auf der Hand über Frauen in der Bibel nachzudenken. Auch, wenn über Frauen weniger dort berichtet wird, gibt es in der Passions- und Osterzeit Texte dazu. Frauen und Mädchen wurden zur Zeit Jesu weniger geachtet. Mädchen durften keine Schule besuchen. Sie lernten im Haushalt spinnen, weben, kochen, aber nicht lesen, schreiben und rechnen. Frauen hatten keinen Beruf, kein eigenes Geld. Trotzdem, wenn sie dann doch in der Bibel erwähnt werden, sind es Geschichten voller Stärke, Mut, Voraussicht, Anteilnahme und Klugheit. Drei Geschichten, die besonders in diese Zeit passen, geben mir selber Kraft und Mut. Da ist die Frau, die in Bethanien in das Haus trat, in dem Jesus mit seinen Jüngern und anderen Männern zu Tisch saßen (Matthäus 26,6-13). Die Frau kommt herein, geht zu Jesus, öffnet eine Flasche wohlriechenden Öles und gießt alles über seinem Kopf aus. Welch eine Empörung, das Geld für dieses Öl hätte sie doch Armen geben können – so sagen es die Männer. Aber Jesus nimmt sie in Schutz. Sie hätte ein gutes Werk an ihm getan und handelte vorausschauend auf sein Begräbnis. Dann sind es die Frauen, die Jesus in seinem Leiden am Kreuz nicht allein ließen (Markus 15, 40+41). Sie wollen ihm beistehen, zeigen: Du bist nicht allein, wir halten zu dir und beten für dich. Und dann sind es die Frauen, die den Mut haben nach dem Begräbnis und dem Sabbat, dem Ruhetag, zum Grab zu gehen. Sie erfahren zuerst von der Auferstehung Jesu (Lukas 23,55+56; 24,1-12). Mir machen diese Geschichten Mut, geben mir Vertrauen. Übrigens sagte Jesus zu den Anwesenden nach der Salbung: Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Nehmt euch ein Beispiel an ihr. Also tun wir einander Gutes. Ein Lächeln, ein freundliches Wort oder ein Gänseblümchen von der Wiese kosten nichts, tun aber gut. Gott zeigt es uns. Er schenkt Trost, Freude und Zuversicht mit all den bunten Blumen, die jetzt endlich wieder blühen.

Es ist eine Einladung das Fest nach langer Trauer – dem trostlos, dunkeln Winter überwunden zu haben – die Auferstehung mit allen Sinnen, den bunten Blumen, Düften und wärmenden Sonnenstrahlen feiern.

Einen schönen Frühling und ein gesegnetes Osterfest wünscht Heidi Schorch