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Monatsgedanken

Advent ist im Dezember! In diesem Jahr stimmt es fast auf den Tag! Herrlich, endlich können wir guten Gewissens in das schöne weihnachtliche Gebäck hinein beißen, obwohl doch angeblich die Lebkuchen schon im September am besten schmecken! Jetzt beginnt die heimliche Zeit und die Kinder können jeden Morgen ein Türchen am Adventskalender öffnen. Das Lied „Macht hoch die Tür die Tor macht weit“ gehört für mich zum Advent dazu. Diesem Lied liegt der 24. Psalm zugrunde. »Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch«, so ruft der Psalmbeter uns zu »dass der König der Ehre einziehe!« Früher, als Könige noch das Land regierten, wurden die Tore weit geöffnet, wenn sie in die Stadt einzogen. Auch die Haustüren wurden geöffnet, denn alle wollten sehen, wo der König kommt, wie er kommt, wie er aussieht. Man wollte vorbereitet sein, um ja den Einzug des Königs nicht zu verpassen. Wenn wir am 1. Advent das Lied: »Macht hoch die Tür singen« und den Psalm 24 miteinander beten, dann tun wir dass, weil wir uns auf die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus vorbereiten. Ihm werden die Tore und die Türen geöffnet, denn er bringt Heil und Leben in die Stadt und an jeden Ort der Welt. Er kommt zu uns, er will uns begegnen und deshalb sollen wir die Türen und Tore öffnen.

Jetzt, Anfang Dezember, haben wir noch Zeit zur Vorbereitung bis Jesus kommt. Das ist gut so, denn manche Türen wollen immer gleich wieder zuschlagen, wenn man sie öffnet. Andere Tore quietschen. Sie brauchen ein wenig Öl, damit sie wieder in den Angeln laufen, denn sie werden sehr, sehr selten bewegt. Einige Türen bewegen sich überhaupt nicht mehr, warum die Tür auch öffnen, was wartet denn da draußen oder wer sollte denn kommen?

Advent heißt Ankunft. Jesus kommt, und wir alle können uns darauf freuen. Jesus kommt mit Sanftmut und Zärtlichkeit, er hört hin und nimmt sich der Menschen an. Er kommt uns ganz nahe, er ist barmherzig und heilig. Alle Not, alle Angst und alle Traurigkeit finden durch ihn ein Ende. Deshalb lohnt es sich Türen und Tore weit zu öffnen, sonst verpassen wir die Wende der Zeiten. »O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat«, so geht das Lied weiter. Es ist gut, wenn wir diesen König bei uns haben, er bringt Freude und Wonne. Er bringt Leben. Denn er ist das Leben selbst. Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und ein behütetes Jahr 2019,

Ihre Pfarrerin A. Friedrich-Berenbruch