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Monatsgedanken

Gib Acht! Ein Wort, das Kinder regelmäßig zu hören bekommen: Gib Acht auf die Autos, die Tischkante, deinen Schulranzen, das Spielzeug welches im Weg liegt. Sie sollen Acht geben, dass ihnen nichts passiert, nichts verloren geht. Für uns Erwachsene ist es eher das Wort der Achtsamkeit, das uns immer wieder begegnet, um in unserer schnelllebigen Welt einen Gegenpol zu schaffen. Es gibt  Achtsamkeitsübungen, um aufmerksamer durch den Tag zu gehen: Morgens bewusst aufzustehen und sich zu überlegen, worauf man sich freut  – Sich Fehler der Vergangenheit selbst zu verzeihen, um im Hier und Jetzt anzukommen – Bewusst essen, Gerüche wahrnehmen,  langsam kauen – Beim Spazierengehen die Natur betrachten etc. Diese Übungen haben alle das Ziel, im Hier und Jetzt zu leben und nicht mit  den Gedanken schon immer bei der nächsten Sache zu sein, wie es Gerhard Schöne in seinem Lied „Ganz einfach“ singt: „Wenn du schläfst,  stehst du schon auf. Wenn du aufstehst, gehst du schon. Wenn du gehst, isst du schon. Wenn du isst, dann schaffst du. …“. Die Übungen und  Betrachtungen zielen auf ein Wohlergehen für einen selbst ab, das ist wichtig. Im Monatsspruch für den Oktober wird ein anderer Fokus des  Achtgebens gelegt: „Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken.“ (Hebräer 10,24). Dem  Verfasser liegt das Wohlergehen des Nächsten am Herzen. Jede hat sicherlich schon einmal erlebt wie schön es ist, einen Stuhl gestellt oder  eine Tasse Kaffee eingeschenkt zu bekommen, ohne dass frau explizit danach gefragt hat. Man wird in den Blick genommen, wahrgenommen, mit Aufmerksamkeit bedacht. Das tut gut. Der Verfasser macht schon fast einen Sport daraus, einander mit Liebe und guten Werken zu  übertrumpfen. Er möchte, dass wir uns gegenseitig dazu anspornen. Und so möchte ich Ihnen zum Schluss noch eine Achtsamkeits-Liedstrophe mit auf den Weg geben: „Ein neuer Tag liegt nun vor mir, was wird er mir wohl bringen? Lass mich für andre offen sein und schärfe  mir die Sinne, dass ich hinhöre und es seh`, damit ich nicht vorüber geh`, wenn andre Hilfe brauchen.“ (fT 12,3) 

 

Ihre Debora Zschucke