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Monatsgedanken

Nur wenige Tage trennen uns noch vom höchsten Fest der Christenheit: Ostern. Die Vorfreude wächst mit jedem Tag. Ostern, das Fest der  Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus lässt uns aufbrechen und lockt uns heraus zum Leben. Wirklich? Jetzt, nach einem Jahr Corona? Wo  ist das Leben? Gerade haben wir das Gefühl, das Leben zu verpassen! Das zweite Ostern im Lockdown? Auf ganz unterschiedliche Weise  ersuchen wir seit gut einem Jahr die harten Maßnahmen zu unserer aller Vorsicht bestmöglich einzuhalten. Dennoch, die Ungeduld wächst und mit 
ihr Depression und Aggression. Mit Schrecken hören wir, welche Auswirkungen das Virus auf alle Bereiche unseres gesellschaftlichen Lebens hat.  Wie soll man das noch weiter aushalten? Mit Resilienz!

Resilienz ist die Kunst, Krisen zu überstehen und daran zu wachsen. Darin üben wir uns seit einem Jahr auf ganz unterschiedliche Weise.  Resilienz leitet sich vom lateinischen „resilire“ ab und kann z.B. mit zurückspringen, abprallen oder nicht anhaften übersetzt werden. Ich bleibe  bei der Übersetzung „zurückspringen“ hängen und stelle mir eine Sprungfeder vor, die nach einer Dehnung oder Stauchung wieder in ihre  Ausgangsform zurückspringt, dabei aber nicht ihre Kraft und Form verliert. Sie ist flexibel und kann sich auf die Einwirkungen von außen einlassen. „Resilienz“ in unser Leben übersetzt ist die Fähigkeit, schwierige Ereignisse und Lebensphasen mit Flexibilität und Akzeptanz zu  begegnen, ohne dabei den Halt oder die Form zu verlieren, ja sogar aus den kräftezehrenden Herausforderungen gestärkt hervorzugehen. 
Warum erzähle ich Ihnen das alles? Weil mich Menschen ermutigen, die schwere Lebenskrisen angenommen haben, bewältigt haben und  daraus gestärkt hervorgegangen sind. Ein Buch, dass von resilienten Menschen berichtet ist die Bibel. z.B. waren Josef, David und Maria sehr  resiliente Menschen. Auch die Jüngerinnen und Jünger Jesu haben aus ihrer Todesangst und Furcht am Karfreitag durch die Auferstehung Jesu  herausgefunden. Angst und Erstarrung fiel von ihnen ab, weil sie am Glauben an Gott festhielten. Der gab ihnen Halt und Mut und so  wurden sie Botinnen und Boten ihres Herrn.
Das Leben siegt, der Tod wird bezwungen und wir werden überwinden – das hoffen wir und das ist der Grund unseres Glaubens. Gott hat in  Christus den Tod besiegt und sagt Ja zum Leben. Wir fallen nicht aus seiner Liebe. Gottes Liebe in Christus schenkt uns Kraft und Halt resilient  Lebenskrisen zu überstehen und daraus herauszufinden, denn unser Halt und Grund ist und bleibt – Jesus Christus. Der Herr ist auferstanden  und mit ihm dürfen wir aufstehen zum neuen Leben. Halleluja! Gesegnete Ostern wünscht Ihnen

 

Pfrn. A. Friedrich-Berenbruch