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Monatsgedanken

Wie war das mit Pfingsten? Mehr als die Hälfte der Deutschen kennen die Bedeutung dieses Festes nicht. Das zeigen unter anderem Antworten einer Straßenumfrage durch Konfirmand*innen in einer Wiesbadener Fußgängerzone. (www.youtube.com/watch?v=Wp49s3emA44 ). Ja es entsteht der Eindruck, dass Menschen den Geburtstag der Kirche, wie das Pfingstfest auch bezeichnet wird, vergessen haben. Dabei ist der Ursprung kein Anlass des Vergessens. In der Apostelgeschichte können wir davon lesen. Die Jünger saßen verängstigt zusammen: Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen. (Apg. 2)

Menschen wurden mit dem heiligen Geist erfüllt, von etwas, dass in ihnen Begeisterung auslöste. Das ist Pfingsten: Sturm, Feuer, Heiliger Geist: Alles Ausdrucksformen für etwas innerlich Erlebtes. Sie stehen für etwas, was uns nicht kalt lässt. Sie lassen unsere Gemüter erhitzen, unsere Gefühle auflodern, bringen uns in Wallung. Sie setzen eine Dynamik in Gang, erfüllt von Begeisterung und Inspiration. Eine lebendige Gemeinschaft, die bis heute Bestand hat, die wir Kirche kennen.

Pfingsten ist für mich auch ein Fest des Aufbruchs. Der Geist Gottes eröffnet uns neue Wege. Der Geist gibt Frieden, schenkt Verzeihung und Liebe. Er lässt uns aus der Enge aufbrechen und über Grenzen hinausschauen. So ist die Kirche entstanden, stürmisch, bewegend. Eine Bewegung über Sprach- und Verständigungsgrenzen hinweg. So wünsche ich mir auch heute Kirche. Dass sie uns packt, uns begeistert. Das wir spüren, dass hier etwas Zentrales für unser Leben geschieht und zugleich Erfüllung unserer Träume und Sehnsüchte geschenkt wird. Seien Sie dabei.

Ihr Pfarrer Stephan Grötzsch