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Monatsgedanken

Wenn ich jetzt hier sitze und die Andacht schreibe, ist es Ende Oktober. Feste liegen vor uns – der Reformationstag und das Martinsfest – draußen zeigt sich der Herbst in den schönsten Farben und dann soll, oder will ich jetzt an den Dezember und Januar denken? Ich fange an zu  überlegen: Es wird schon zeitiger dunkel, stelle ich fest. Im Dunkeln fühlen wir uns in dieser Zeit von Corona auch. Da fällt mir Jesaja 9 ein. Steht dort nicht: „Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht …“? Damals fühlten sich viele Menschen im Volk Israel auch im  Dunkeln, hoffnungslos. Und wie ist das heute? Die älteren Leute höre ich sagen: Anfang November gab es den ersten Schnee, da sah es  manchmal nicht mehr so grau und trostlos aus. Da begannen wir uns schon langsam auf Weihnachten vorzubereiten und die Hoffnung wuchs.  „Stimmt“, denke ich, „als Kinder und Jugendliche freuten wir uns Anfang November über den ersten Schnee“ Und jetzt? Auf was können wir uns  in dieser Zeit freuen, hoffen? Gibt es wieder ein Weihnachten, wie im vergangenen Jahr? Ohne Schnee, volle Kirchen, Krippenspiele, mit  Bangen, ob man sich gegenseitig besuchen kann … Wo hat hier die Hoffnung Platz? Ich denke, sie ist wie in der Zeit Jesajas ein kleines  Pflänzchen das wachsen will, nur anders als früher. Im vergangenen Herbst hatte ich auch so gedacht, aber dann kam ein schönes  Weihnachtsfest nur anders als sonst üblich. Weil keine Gruppenstunden stattfinden durften, schrieb ich einen Brief an die Kinder mit einem  Krippenspiel und einer Bastelanleitung für Krippenfiguren. Das war im Advent und ich bekam Post mit Fotos, wie zu Hause gebastelt wurde,  sogar eine Krippe im Einmachglas wurde für mich von Kindern gebastelt (die stelle ich auch dieses Jahr wieder ins Fenster) und eine Familie  filmte das Krippenspiel mit den gebastelten Figuren und musizierte dazu. Das machte für mich alles hell in der Dunkelheit. Es war so wie immer – nur anders. Ich hatte das Licht gefunden. Deshalb wächst meine Hoffnung auf das Licht wieder, auch wenn es draußen und in den Nachrichten nicht so zu erahnen ist. Ich bin zuversichtlich: Gott wird auch uns aus der Finsternis zum Licht führen. Darum freue ich mich auf die  Advents- und Weihnachtszeit, auf das Fest der Geburt Jesu und die Tage danach, wenn es draußen wieder heller wird. Ihnen allen wünsche ich  eine besinnliche, hoffnungsvolle Advents- und Weihnachtszeit.

 

Liebe Grüße Heidi Schorch