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Monatsgedanken

Hallo Gott, ich finde, es ist mal an der Zeit – Danke – zu sagen. Nein, nicht nur wegen des Erntedankfestes, welches wir feiern. Es gibt viele Gründe zu danken. Das ist mir in den Ferien bewusst geworden. Ich habe gestaunt, wie viele Gründe es dafür gibt. Ein paar wenige davon möchte ich Dir aufzählen.

Meine Vorgängerin, Katechetin Karin Schmidt, hatte 1995 16 Kinder im Vorschulkreis in der Christuskirche. Meine Tochter war auch dabei. Ich war damals arbeitslos und wurde gefragt, ob ich helfen könnte. Das war ein tolles Gefühl, endlich wieder gebraucht zu werden. Pfarrerin Lischke und der Gemeindekirchenrat bemühten sich kurze Zeit später, eine ABM-Stelle für mich einzurichten. Nun leitete ich einen Bastelkreis, besuchte Senioren und lernte viel über Dessau – besonders Ziebigk. Außerdem half ich bei vielen Veranstaltungen mit Kindern. So kam Pfarrer John eines Tages auf mich zu, meinte das sei doch mein Ding – diese Arbeit – und ich solle mich am Pädagogischen Institut in Wernigerode für die Ausbildung zur Gemeindepädagogin bewerben.

Es war meine Chance, aus der Arbeitslosigkeit endgültig herauszukommen. Ich bewarb mich und wurde zum Aufnahmegespräch eingeladen.

Das war 1996. Ich dachte, das wird wohl nichts, denn es war eine Prüfung. Aber die Gemeinde glaubte daran, dass ich es schaffe. Die ersten zwei Jahre waren sehr hart, meine Kinder noch klein, es gab kein Geld vom Amt und für Bafög war ich zu alt. Die Eltern halfen und Du – Du warst bei mir, hast mir Mut gemacht und mich ermahnt dran zu bleiben, wenn ich zweifelte. Im Sommer 1998 bestand ich meine erste große Prüfung und bekam meinen Arbeitsvertrag. Ich hatte nun Arbeit, aber die Ausbildung ging weiter.

Seitdem sind 20 Jahre vergangen. Vieles hat sich verändert. Als Gemeindepädagogin bin ich in unserer Region unterwegs und an verschiedenen Schulen unterrichte ich Religion. Manchmal ist viel Stress und Ärger dabei – aber auch Spaß, Glück, Freude, Dankbarkeit … Deshalb wollte ich Dir für diese „reiche Ernte“ danken – für die Menschen, die mich begleiten und begleitet haben, mir Mut machen und Hilfe geben. Du hast sie mir zur Seite gestellt, mir den Weg bereitet. Auch für mein Leben, meine Familie, Freunde, ArbeitskollegInnen, das tägliche Brot, unsere schöne Welt und vieles weitere bin ich dankbar. Im Gebet hätte ich bestimmt einiges vergessen, deshalb schrieb ich diesen Brief. Vielen Dank, dass Du für uns alle da bist.

Liebe Grüße, Heidi Schorch