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Monatsgedanken

Können Sie nachts gut schlafen? Manchmal scheint das Hirn rastlos zu sein und nicht zur Ruhe zu kommen. Mir geht es so, wenn einmal wieder Begegnungen, Situationen aber auch mögliche Aufgaben und Termine durch den Kopf schwirren: Die Fragen nach der Gestaltung des Weges unserer Gemeinden in der „Region an der Elbe“; die Befürchtungen, dass uns das Covid-19 -Virus wieder zu verstärkten Einschränkungen im Miteinander zwingen, aber auch ganz persönliche Einschnitte im Leben lassen Sorgen und Ängste aufsteigen. Dann wünsche ich mir, dass ein Wort aus der Bibel für mich greifbar wird: „All eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch!“ (1.Petr. 5,7) Wie schön wäre das, wenn man das könnte: Einfach die Sorgen in Gottes Hand legen. Voller Vertrauen, dass irgendwie alles gut wird, seinen Gang geht.
Daran werden wir immer wieder erinnert. Jesus selbst spricht davon: Gott sorgt für euch (Matth. 6, 25-32). Natürlich weiß Jesus, dass Menschen  genug Grund zur Sorge haben. Er spricht ja nicht als distanzierter und unbeteiligter Beobachter. Er weiß es aus eigenem Erleben, wie das ist, wenn die Sorgen einen beherrschen. Jesus sagt nicht, dass wir keinen Grund zur Sorge hätten. Vielmehr setzt er etwas gegen die Sorge. Er malt uns ein Bild vor Augen: Seht die Vögel am Himmel – seht die Lilien auf dem Felde. Sie leben ihr Leben, ohne dass sie sich von Sorgen erdrücken lassen. Und das kenne ich im Kleinen: Wenn ich mir an einem stressigen Tag trotzdem die Stunde Zeit nehme und mit unserem Hund um den Wallwitzsee spazieren gehe, dann merke ich, wie sich die Wichtigkeiten wieder zurecht rücken können. Ich kann sortieren, was wirklich notwendig ist und was nicht. Oder ich entzünde eine Kerze, erzähle Gott von meinen Ängsten und Sorgen und spüre, wie ein Gebet mir Ruhe schenkt: Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. (Reinhold Niebuhr). 

„All eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch!“

 

Ihr Pfarrer Stephan Grötzsch